01
Okt

Chiemsee-Hospiz feiert Richtfest – es soll Todkranke aus drei Landkreisen auf dem Sterbeweg begleiten

Sie alle hatten für die Realisierung des Projektesan einem Strang gezogen: (vorne von links) Rosenheims Landrat Wolfgang Berthaler, sein Amtskollege Georg Grabner (Berchtesgadener Land), der Bernauer Bürgermeister Philipp Bernhofer, der frühere Landtagspräsident Alois Glück, OVB-Verleger Oliver Döser und die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer.
  • Katrin Detzel

    vonKatrin Detzel

Bis die ersten Patienten im Chiemseehospiz ihren letzten Lebensabschnitt in würdiger Weise verbringen können, dauert es noch einige Monate. Aber mit dem Richtfest ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zu der für die ganze Region wichtigen Einrichtung in Bernau geschafft.

Bernau – „Gottlob, die Arbeit ist geschehen. Gerichtet lässt der Bau sich sehen, und lobend bleibt zu jeder Zeit der Zweck, dem dieses Haus geweiht. Für Kranke ist er ja bestimmt, drum herzlich jeder Anteil nimmt und dankt dem weisen Magistrat, der dieses Haus ermöglicht hat.“

So sprach Daniel Gradl, im Nieselregen neben dem Firstbaum auf dem fertigen Dachstuhl stehend. Bis der Bauleiter von Fleischmann Holzbau anschließend aufs Wohl aller getrunken hatte, die an der Verwirklichung des Chiemsee Hospiz Anteil haben, kamen vier Gläser zusammen.

Möglich, weil viele an einem Strang zogen

Der Dachstuhl ist fertig, Zeit zu feiern:Beim Chiemseehospiz, das in Bernau für drei Landkreise gebaut wird, war gestern Richtfest. Im ersten Halbjahr 2020 wird wieder gefeiert – dann die Eröffnung. berger

Denn umgesetzt werden konnte die Einrichtung, die künftig mit zehn Betten und 30 Arbeitsplätzen auf einem Grundstück in der Bernauer Baumannstraße Menschen am Ende ihres Lebensweges ein würdiges Dasein und eine liebevolle Betreuung geben möchte, nur, weil viele an einem Strang gezogen haben und sich einig waren. „Das Haus steht hoch und stolz auf festem Grund, was Einigkeit vermag, tut es uns kund“, erklärte so auch der Bauleiter.

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Zunächst trank er aufs Wohl der Stellvertreter der drei beteiligten Landkreise, des Fördervereins Chiemseehospiz und der Sponsoren. Ein dreifaches „Hoch“ galt dann auch den Architekten und Bauleitern, den Maurern und Zimmerleuten und schließlich der Hoffnung, dass das Haus mit seinem Wirken lange Bestand hat.

„Jetzt deckt das Dach und baut es aus, dass Menschen können gehen ein und aus“, schloss Gradl seinen Richtspruch mit der Aufforderung zum raschen Weiterbau. Schließlich soll das Haus möglichst bald seinen guten Zweck erfüllen.

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Doch der Dankesworte war damit nicht genug. Dem Rosenheimer Landrat Wolfgang Berthaler lag es am Herzen, zunächst Alois Glück zu würdigen, denn der frühere Landtagspräsident und Vorsitzende des Netzwerk HospizTraunstein“ war einst mit der Idee für die Einrichtung auf ihn zugekommen. „Wir sind den Weg gemeinsam gegangen, und es war ein guter Weg“, meinte Berthaler.

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Seinen Landratskollegen Georg Grabner (Berchtesgadener Land) und Siegfried Walch (Traunstein) – gestern vertreten durch Resi Schmidhuber – sowie der Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer bescheinigte er eine gute Zusammenarbeit. Schließlich soll das Chiemseehospiz künftig für rund 600.000 Einwohner aus drei Landkreisen da sein.

An den Bürgermeister der Standort-Gemeinde Bernau, Philipp Bernhofer, ging ein Lob für die gute Begleitung beim Bauleitverfahren.

Anerkennende Worte hatte Berthaler zudem für den Hospizverein, alle am Bau Beteiligten und natürlich für die Leser der OVB-Heimatzeitungen.

Dickes Dankeschön gilt den OVB-Lesern

Denn sie hatten im Rahmen der OVB-Weihnachtsspendenaktion 2017 den Bau des Chiemseehospiz mit einer stolzen Spendensumme von 600 000 Euro unterstützt.

„Nächstes Jahr können wir ein tolles Gebäude einweihen“, zeigte sich Berthaler sicher, ehe er beschloss: „Jetzt sind wir lange genug im Regen gestanden. Gehen wir rein zum Feiern.“

Gesagt, getan: Noch ein Tusch der Seeon-Seebrucker Musikerin Andrea Wittmann, die die Feier mit der Ziach begleitet hatte, dann fanden im Rohbau bei einer Brotzeit alle Beteiligten Gelegenheit zum Austausch.

Dabei erkundigte sich die Heimatzeitung beim Architektur- und Ingenieur-Dienstleister Sweco nach dem zeitlichen Rahmen. Im ersten Halbjahr 2020 soll demnach das Chiemseehospiz eröffnet werden.

Quelle: https://www.ovb-online.de/rosenheim/landkreis/richtfest-bernau-meilenstein-fuers-chiemseehospiz-13038887.html

Aufnahme im Chiemseehospiz Bernau

Die Aufnahme in unserem Haus wird voraussichtlich ab November 2020 möglich sein.

Das Chiemseehospiz nimmt Menschen über 17 Jahren, mit fortgeschrittener und fortschreitender Erkrankung auf, die nur eine sehr begrenzte Lebenserwartung haben, ohne dass Aussicht auf Heilung besteht und eine Krankenhausbehandlung nach § 39 SGB V nicht erforderlich ist. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass die Betreuung zuhause zeitweise oder auf Dauer nicht mehr sichergestellt werden kann und auch durch eine stationäre Pflegeeinrichtung nicht adäquat abgedeckt werden kann. Die Einweisung erfolgt über den Hausarzt, oder Ärzte aus dem Krankenhaus.

Aufnahmekriterien sind:

  • eine progrediente, weit fortgeschrittene Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung (von wenigen Tagen, Wochen oder Monaten)
  • Aufklärung über Erkrankung und deren Prognose (Patient bzw. auch rechtliche Vertretung)
  • Einverständnis zur Aufnahme im Hospiz
  • ambulante Versorgungsmöglichkeiten sind abgeklärt und ausgeschöpft, die Versorgungsmöglichkeit im Heim ist aufgrund der aktuellen oder zu erwartenden Versorgungsanforderung ausgeschlossen und/ oder aufgrund der Situation und Symptomlast nicht angemessen
  • Einweisung von Haus- oder Klinikarzt mit Notwenigkeitsbescheinigung

Das Chiemseehospiz will Menschen, egal welcher Herkunft oder Religion, für die diese Kriterien zutreffend sind, ein sicheres Zuhause für ihre letzte Lebensphase sein.

Kontakt und Anfahrt zum Chiemseehospiz Bernau

GESCHÄFTSSTELLE

CHIEMSEEHOSPIZ BERNAU
Baumannstraße 56
83233 Bernau

Tel.: 08051 - 96 18 55 -0