27
Apr

Neues Dienstfahrzeug als Wunsch-Mobil für Chiemseehospiz vom Förderverein

Bernau (hö) – Das Chiemseehospiz in Bernau ist neuerdings mit einem speziell für die Bedürfnisse von Krankentransporten ausgestatteten VW Caddy ausgestattet. Für die Finanzierung sorgte der Förderverein mit vormaligem Landtagspräsidenten Alois Glück als Vorsitzendem. Der Förderverein sorgt für die fünf Prozent der Kosten der Einrichtung, die nicht durch die Kranken- und Pflegekassen gedeckt sind. Spenden, die der Förderverein erhält und die über die fünf Prozent gehen, können für Sondermaßnahmen – wie die Anschaffung des Fahrzeugs – verwendet werden.

Ein Dank bei der Vorstellung des Fahrzeugs an die Vertreter des Fördervereins und der kommunalen Trägerschaft (Landkreise Berchtesgadener Land, Traunstein und Rosenheim sowie die Stadt Rosenheim) galt dem Autohaus BaderMainzl in Feldkirchen-Westerham für die Herstellung und für ein großes finanzielles Entgegenkommen, so dass der Förderverein die Fahrzeug-Anschaffung in Höhe von 23.000 Euro stemmen konnte.

 

„Einmal noch einen kleinen Ausflug machen, zum Beispiel an den Chiemsee-Strand und dabei noch ein Eis genießen – diesen letzten Wunsch können wir nunmehr mit dem geräumigen Fahrzeug erfüllen, das Platz für fünf Personen hat und mit einer Rampe auch rollstuhlgerecht ist“ – so Ruth Wiedemann von der Haus- und Pflegedienstleistung des Chiemseehospiz zum neuen Dienstfahrzeug, das auch ein Wunsch-Mobil sein kann. Auch Stefan Scheck, Vorstand der Chiemseehospiz zeigte sich dankbar gegenüber dem Förderverein, dessen Unterstützung und Mittel   zusätzliche Aktivitäten zugunsten der Patienten und auch des Personals möglich machen. „In Corona-Zeiten waren Zusatz-Aktionen nur bedingt möglich, jetzt aber können wir für bestmögliche und professionelle Lösungen sorgen, das gilt zum Beispiel für zusätzliche Mitarbeiter-Ausbildung, für Atem- oder Musik-Therapie, für spezielle Rollstuhl-Anschaffungen oder auch für die Öffentlichkeitsarbeit“ – so Stefan Scheck und Ruth Wiedemann in ihren weiteren Erklärungen.

 

Alois Glück dankte seinerseits dem Beirat des Chiemseehospiz für dessen fachliche und finanzielle Begleitung der stationären Hospiz, die wiederum ein wichtiger Bestandteil in der Region für Schwerstkranke und Sterbende zusammen mit den Ehrenamtlichen der Hospizvereine, mit den Jakobus SAPV-Teams und mit den Palliativstationen in den Krankenhäusern darstellt. Aufgrund der finanziellen Unterstützung durch den Förderverein ist es im Chiemseehospiz auch möglich, dass Kunst einen Raum bekommt, dass die Personalausstattung so ausgerichtet ist, dass mehr Zeit für die Pflegenden zur Verfügung steht und das mit Zusatz-Ausstattungen in den zehn zur Verfügung stehenden Einzelzimmern mehr Selbstständigkeit für die Bewohner gegeben ist. Dies alles kommt dem Grundsatz entgegen, dass die Menschen im Chiemseehospiz ihren letzten Lebensabschnitt so angenehm wie möglich erfahren können und dass sie letztlich nicht sterben „müssen“, sondern sterben „können oder dürfen“.

 

Foto: Hötzelsperger – Bei der Auto-Vorstellung mit dabei waren von links: Florian Amann, Abteilungsleiter vom Landratsamt Traunstein, Josef Huber, stellvertretender Landrat von Rosenheim, Fördervereins-Vorsitzender Alois Glück, Beiratsvorsitzende vom Chiemseehospiz Susanne Weyand, Reinhilde Spies, stellvertretende Fördervereins-Vorsitzende, Fördervereins-Schatzmeister Walter Richter, Haus- und Pflegedienstleiterin Ruth Wiedemann und Chiemseehospiz-Vorstand Stefan Scheck.

 

Aufnahme im Chiemseehospiz Bernau

Das Chiemseehospiz nimmt Menschen über 17 Jahren, mit fortgeschrittener und fortschreitender Erkrankung auf, die nur eine sehr begrenzte Lebenserwartung haben, bei denen keine Aussicht auf Heilung besteht, eine palliativ-pflegerische bzw. palliativ-medizinische Versorgung notwendig ist und eine Krankenhausbehandlung nach § 39 SGB V nicht erforderlich ist. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass die Betreuung zuhause nicht mehr sichergestellt werden kann und auch durch eine stationäre Pflegeeinrichtung nicht adäquat abgedeckt werden kann. Die Einweisung erfolgt über den Hausarzt, oder Ärzte aus dem Krankenhaus.

Aufnahmekriterien sind

eine progrediente, weit fortgeschrittene Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung (von wenigen Tagen, Wochen oder Monaten), wie onkologische Erkrankungen mit Symptomlast, AIDS, neurologische Erkrankungen, Nieren-, Herz-oder Lungenerkrankung im Endstadium.

Aufklärung über Erkrankung und deren Prognose (Patient bzw. auch rechtliche Vertretung)

Einverständnis des Betroffenen zur Aufnahme im Hospiz

ambulante Versorgungsmöglichkeiten sind abgeklärt und ausgeschöpft, die Versorgungsmöglichkeit im Heim ist aufgrund der aktuellen oder zu erwartenden hohen Versorgungsanforderung ausgeschlossen und/ oder aufgrund der Situation und Symptomlast nicht angemessen

Aufnahmeprocedere

telefonische Anfrage, ob ein Hospizplatz frei ist
Fax an uns mit Notwendigkeitsbescheinigung, die der einweisende Arzt ausfüllt und Antrag nach §39a, die der Betroffene oder sein/e Bevollmächtigte/r ausfüllt
suchen eines neuen Hausarztes vor Ort, falls der bisherige die Betreuung im Chiemseehospiz in Bernau nicht übernimmt
die Aufnahme erfolgt nach Genehmigung durch die Krankenkasse
Das Chiemseehospiz möchte Menschen, egal welcher Herkunft oder Religion, die diese Kriterien erfüllen, ein sicheres Zuhause für die letzte Lebensphase bieten.

Kontakt und Anfahrt zum Chiemseehospiz Bernau

GESCHÄFTSSTELLE

CHIEMSEEHOSPIZ BERNAU
Baumannstraße 56
83233 Bernau

Tel.: 08051 - 96 18 55 -0