02
Aug

260 000 Euro zur Verfügung gestellt

Mitgliederversammlung des Fördervereins Chiemseehospiz – Finanziell auf guten Füßen

Bernau. Erstmals konnte der Förderverein Chiemseehospiz unter der Leitung von Alois Glück in den Räumlichkeiten des Chiemseehospizes in Bernau seine Mitgliederversammlung abhalten. Laut den Rechenschaftsberichten steht der Förderverein auf gesunden Füßen, erfreut sich stetig guter Spenden und kann somit wirksam und weiterhin die neue Einrichtung für Menschen, die ihren letzten Lebensweg antreten, unterstützen. Wie Vorsitzender Glück informierte, hat sich das Kommunalunternehmen aufgrund eines aktiven und guten Zusammenwirkens der Landkreise Rosenheim, Traunstein, Berchtesgadener Land und der Stadt Rosenheim in Bernau etabliert und erfährt auch von der Nachbarschaft und der gesamten Gemeinde eine hohe Akzeptanz und Wertschätzung. Aufgrund der zufriedenstellenden Finanzsituation, die Schatzmeister Walter Richter und Maria Stöberl vom Kreisrechnungs-Prüfungsamt im Landratsamt Traunstein vorstellten, konnte der Förderverein im vergangenen Rechnungsjahr der Chiemseehospiz Einrichtung insgesamt 260 000 Euro zur Verfügung stellen. Mit diesem Beitrag ist es möglich, Zusatz-Therapien, die von den Krankenkassen nicht mehr übernommen werden, anzubieten. Auch ist es möglich, für die Mitarbeiter Fort- und Ausbildungskosten zu übernehmen, da insgesamt Qualitäts-Verbesserungs-Maßnahmen ein grundsätzliches Ziel des Fördervereins sind. Auch die Anschaffung von Kunst-Gegenständen für die verschiedenen Räumlichkeiten war und ist aufgrund der übermittelten Spenden möglich. Zur Finanzsituation generell sagte Glück: „Ohne die vielen privaten Spenden und Initiativen, unter anderem von den beteiligten Hospizvereinen, oder der Theaterstrickerei Grabenstätt wären die zusätzlichen Maßnahmen im Personalbereich nicht möglich. Zudem unterliegen auch wir dem derzeitigen unsicheren Finanzmarkt und den steigenden Lebenshaltungskosten.“ Ein besonderer Dank galt für die gute Zusammenarbeit Margit Parzinger als Büroleiterin vom Verein Netzwerk Hospiz in Traunstein. Vorsitzender Stefan Scheck vom Chiemseehospiz erläuterte die Entwicklung der Einrichtung in den ersten eineinhalb Jahren und sagte dazu: „Das Chiemseehospiz ist als Kommunalunternehmen ein Sonderfall unter den 23 Hospiz-Häusern in Bayern. Im Jahr 2021 hatten wir 61 Sterbefälle, wobei das Alter zu einem Drittel zwischen 61 und 75 Jahren lag und elfmal zwischen 46 und 60 Jahren. Ein besonderer Dank gilt dem Team um die Hospiz- und Pflegedienstleiterinnen Ruth Wiedemann und ihre Stellvertreterin Verena Kögl.“ Weiters informierte Stefan Scheck, dass die durchschnittliche Belegung im Jahr 2021 bei 61,3 Prozent lag und diese nach und nach gesteigert werden kann. Die Vertreter der Hospiz- und Palliativ-Vereine ergänzten die Ausführungen, und sie berichteten von coronabedingten Unterbrechungen bei den ehrenamtlichen Besuchs- und Betreuungsdiensten. Mittel- und langfristig sollen diese Dienste zur Entlastung des Personals wieder stärker zur Geltung kommen.

 

Nach der Mitgliederversammlung im Chiemseehospiz (von links): Resi Schmidhuber (stellvertretende Landrätin Traunstein), Franz Burghartswieser (Kreisgeschäftsführer Caritas – AHD), Angelika von Obernitz (Zweite Vorsitzende Hospizgruppe Prien), Stefan Scheck (Vorsitzender Chiemseehospiz), Johannes Häberlein (Vorsitzender Hospizverein Berchtesgadener Land), Hans Öggl (Geschäftsführer Netzwerk Hospiz), Irene Biebl-Daiber (Bürgermeisterin Gemeinde Bernau), Otto Lederer (Landrat Rosenheim) und Alois Glück (Vorsitzender Förderverein). − Foto: Hötzelsperger

Aufnahme im Chiemseehospiz Bernau

Das Chiemseehospiz nimmt Menschen über 17 Jahren, mit fortgeschrittener und fortschreitender Erkrankung auf, die nur eine sehr begrenzte Lebenserwartung haben, bei denen keine Aussicht auf Heilung besteht, eine palliativ-pflegerische bzw. palliativ-medizinische Versorgung notwendig ist und eine Krankenhausbehandlung nach § 39 SGB V nicht erforderlich ist. Voraussetzung für die Aufnahme ist, dass die Betreuung zuhause nicht mehr sichergestellt werden kann und auch durch eine stationäre Pflegeeinrichtung nicht adäquat abgedeckt werden kann. Die Einweisung erfolgt über den Hausarzt, oder Ärzte aus dem Krankenhaus.

Aufnahmekriterien sind

eine progrediente, weit fortgeschrittene Erkrankung mit begrenzter Lebenserwartung (von wenigen Tagen, Wochen oder Monaten), wie onkologische Erkrankungen mit Symptomlast, AIDS, neurologische Erkrankungen, Nieren-, Herz-oder Lungenerkrankung im Endstadium.

Aufklärung über Erkrankung und deren Prognose (Patient bzw. auch rechtliche Vertretung)

Einverständnis des Betroffenen zur Aufnahme im Hospiz

ambulante Versorgungsmöglichkeiten sind abgeklärt und ausgeschöpft, die Versorgungsmöglichkeit im Heim ist aufgrund der aktuellen oder zu erwartenden hohen Versorgungsanforderung ausgeschlossen und/ oder aufgrund der Situation und Symptomlast nicht angemessen

Aufnahmeprocedere

telefonische Anfrage, ob ein Hospizplatz frei ist
Fax an uns mit Notwendigkeitsbescheinigung, die der einweisende Arzt ausfüllt und Antrag nach §39a, die der Betroffene oder sein/e Bevollmächtigte/r ausfüllt
suchen eines neuen Hausarztes vor Ort, falls der bisherige die Betreuung im Chiemseehospiz in Bernau nicht übernimmt
die Aufnahme erfolgt nach Genehmigung durch die Krankenkasse
Das Chiemseehospiz möchte Menschen, egal welcher Herkunft oder Religion, die diese Kriterien erfüllen, ein sicheres Zuhause für die letzte Lebensphase bieten.

Kontakt und Anfahrt zum Chiemseehospiz Bernau

GESCHÄFTSSTELLE

CHIEMSEEHOSPIZ BERNAU
Baumannstraße 56
83233 Bernau

Tel.: 08051 - 96 18 55 -0